Lärmarena Hoch- und Vordertaunus

 Durch die Verlegung der Nord-Abflugroute weg von der alten Abflugroute "TAU" (Skizze (96 kByte)) wird der Hoch- und Vordertaunus ab dem 19. April 2001 in nie zuvor gekannter Weise mit Fluglärm belastet. Bei Westwind-Lage (die zu über 70% vorherrschende Windrichtung) werden mindestens 140 - in Spitzenzeiten über 170 - Flugzeuge täglich über die neue Abflugroute "TABUM" (Skizze (80 kByte)) fliegen. Bei Ostwind-Lage belasten uns neue Anflugrouten (Skizze (248 kByte)).

Bevölkerung und Politiker der betroffenen Gemeinden wurden in der Planungsphase nicht informiert und waren daher nicht in der Lage, frühzeitig zu reagieren. Vielmehr haben die “Deutsche Flugsicherung GmbH” und das “Luftfahrtbundesamt” nach alter Feudalherren-Art “verfügt”.

Eppstein (www.fluglaerm-eppstein.de), Kelkheim, Eppenhain, Fischbach, Glashütten, Schloßborn und Oberreifenberg liegen direkt unter der neuen Abflugroute. Der Westwind trägt den Schall nach Königstein und darüber hinaus. Königstein ist auch direkt betroffen, da nicht alle startenden Flugzeuge der A3 folgen, sondern dann, wenn sie die Höhe von 1200m nach dem Start erreicht haben, direkt nach Norden abdrehen dürfen. Neue Anflugrouten führen z.T. direkt über Königstein und Kelkheim, eine andere am Fuß des Taunus etwas südlich von Bad Soden. Flugrouten sind dabei nicht auf wenige Meter konzentriert, sondern sind ein mehrere Kilometer breiter Korridor (vgl. Radarspurbild (160 kByte)).

Die Perspektive sieht etwa so aus: Damit in Frankfurt noch mehr Menschen pünktlich umsteigen können (50% aller Passagiere sind Umsteiger) werden innerhalb von 6 bis 15 Stunden pro Tag alle 6 bis 9 Minuten, in Stosszeiten alle 3 Minuten, Flugzeuge über uns hinweg fliegen. Der erste Tag der neuen Flugrouten hat dies eindringlich vorgeführt (Radarspurbild (400 kByte, JPEG))

Flughöhen werden über „Normal Null“ angegeben, wir liegen aber 500 bis 700 Meter hoch. Von den Angaben in den Flugrouten müssen diese 500 bis 700 Meter abgezogen werden!  Dann erst hat man die richtige Flughöhe über Wohnungen und Häusern. Der Wind trägt zur Verbreitung des Lärms bei. Die durch die Berghänge hervorgerufenen Schallreflexionen lassen einen Lärm-Arena-Effekt entstehen. Dies wird so weit gehen, daß in der betroffenen Region Unterhaltungen im Freien oder Telefonate bei geöffnetem Fenster zeitweise nicht mehr möglich sind.

Die Qualität der Region, vor allem das von Bewohnern des ganzen Rhein-Main-Gebietes gerne zu Ruhe und Regeneration genutzte Naherholungsgebiet rund um den Feldberg wird zerstört. Der Heilklimatische Luftkurort und das Naherholungsgebiet werden zum Wohnen, zum Regenerieren und Genesen, zur Freizeitgestaltung usw. unattraktiv, der Wohnwert deutlich reduziert. Beim Wert Ihrer Immobilien wird mit deutlichen Abschlägen zu rechnen sein! Kosten für Lärmschutzmaßnahmen kommen auf Sie zu.

Und dies wird erst der Anfang sein! Denn die neuen Routen haben das Potential zu noch mehr An- und Abflügen. Experten rechnen über kurz oder lang mit der doppelten Anzahl Flugbewegungen im Vergleich zu heute. Welche Belastungen dies z.B. für den Vordertaunus bringen wird, kann man sich anhand der Radarspursimulation vorstellen.

  • Warum werden die betroffenen Gemeinden nicht gehört?
  • Nach welchen Vorgaben erfolgte die Neuplanung durch die Deutsche Flugsicherung?
  • Hat man alle Alternativen gründlich abgewogen? Wenn ja, welche?